
Erfahren Sie, wie Sie Durchflussmengen in Trinkwasseranlagen korrekt berechnen und so Legionellen und anderen Keimen vorbeugen.
Warum Durchflussmengen für die Trinkwasserhygiene entscheidend sind
Trinkwasser ist eines der am strengsten kontrollierten Lebensmittel in Deutschland. Doch trotz hoher Qualitätsstandards kann es in Leitungen und Armaturen zu Verunreinigungen kommen – insbesondere durch stagnierendes Wasser. Wenn Wasser zu lange in den Rohren steht, können sich Legionellen und andere Keime vermehren. Die korrekte Planung der Durchflussmengen ist daher ein zentraler Faktor für die Trinkwasserhygiene.
Besonders in gewerblichen Anlagen, wie Hotels, Krankenhäusern oder Mehrfamilienhäusern, ist das Risiko erhöht. Hier kommt es darauf an, dass alle Entnahmestellen regelmäßig durchspült werden. Doch wie berechnet man die richtigen Durchflussmengen?
Durchflussmengen nach DIN 1988-300 berechnen
Die Norm DIN 1988-300 gibt klare Vorgaben für die Planung von Trinkwasseranlagen. Sie legt fest, wie hoch die Durchflussmenge an jeder Entnahmestelle sein muss, um eine ausreichende Spülung der Leitungen zu gewährleisten. Dabei spielen folgende Faktoren eine Rolle:
- Nennweite der Rohre: Je größer der Rohrdurchmesser, desto höher muss die Durchflussmenge sein, um Stagnation zu vermeiden.
- Anzahl der Entnahmestellen: In Gebäuden mit vielen Zapfstellen, wie z. B. Hotels, muss die Anlage so dimensioniert sein, dass auch bei geringer Nutzung eine ausreichende Spülung erfolgt.
- Nutzungsverhalten: In Wohngebäuden reicht oft eine geringere Durchflussmenge als in gewerblichen Anlagen, da die Nutzung gleichmäßiger verteilt ist.
Praktische Umsetzung: So vermeiden Sie Stagnation
Um die Trinkwasserhygiene zu gewährleisten, sollten Sie folgende Maßnahmen ergreifen:
- Regelmäßige Spülung: In wenig genutzten Bereichen, wie Gäste-WCs oder Ferienwohnungen, sollten die Leitungen regelmäßig manuell oder automatisch gespült werden.
- Richtige Dimensionierung: Eine zu groß dimensionierte Anlage führt zu geringen Fließgeschwindigkeiten und begünstigt die Keimbildung. Lassen Sie die Anlage von einem Fachbetrieb planen.
- Temperaturkontrolle: Kaltwasser sollte unter 25 °C und Warmwasser über 55 °C liegen, um das Wachstum von Legionellen zu verhindern.
- Wartung und Kontrolle: Regelmäßige Überprüfungen durch einen SHK-Fachbetrieb sichern die Einhaltung der Hygienevorschriften.
Fazit: Hygiene beginnt bei der Planung
Die korrekte Berechnung der Durchflussmengen ist ein entscheidender Schritt, um die Trinkwasserhygiene in Gebäuden zu gewährleisten. Besonders in gewerblichen Anlagen und Mehrfamilienhäusern sollte dies bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden. Mit einer fachgerechten Auslegung und regelmäßiger Wartung können Sie sicherstellen, dass Ihr Trinkwasser stets sauber und keimfrei bleibt.
Haben Sie Fragen zur Planung Ihrer Trinkwasseranlage? Die Experten der Wilhelm Lauterbach GmbH beraten Sie gerne und sorgen für eine sichere und hygienische Lösung.
